Während meine bessere Hälfte in Luzern einkaufen war, habe ich ein paar Bilder und Videos beim 3. Elektro Fun Day 2017 in Buochs gemacht.
Bei der Speed-Challenge hat auch eine Zero SR teilgenommen. Für ein Pendlerfahrzeug ist das ein recht gutes Ergebnis!
Der nette Kerl im Bild ist übrigens Adrian von Büren, der das Event organisiert hat.
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Am nächsten Morgen um 8 Uhr (Gott, warum immer so früh!) dann Aufstehen und erstmal die Schafe beim Frühstück begrüßen. Für Alle die nicht aus dem Norden kommen: Die Schafe sorgen dafür, dass die Dämme nicht durch Unkraut und Bäume kaputt gehen. Ganz nach dem Motto: „Macht kaputt was euch kaputt macht! Und lasst es die Schafe tun.“
Dammschafe in Sankt Margarethen
Tiefste Landstelle Deutschlands
Dann die tiefste Landstelle Deutschland besuchen – schließlich sind wir hier nicht zum Vergnügen unterwegs, sondern um ein paar Extrempunkte zu besuchen. Die Stelle ist zum Glück gut markiert, so dass ich nicht lange suchen musste.
Weiter ging es über Husum nach Niebüll. Von dort fährt das Sylt-Shuttle der Deutschen Bahn auf die Insel.
Die Überfahrt war ziemlich perfekt würde ich sagen – und nicht nur weil das Wetter toll war: Ankommen, aufschnallen, rüber fahren. Die Landschaft genießen und sich mit anderen Reisenden unterhalten. Da geht die Zeit wie im Flug vorbei.
Mission Accomplished!
Nördlichster Punkt Deutschlands
Auf Sylt angekommen ging es weiter nach Norden. Bis ich mit dem Motorrad nicht mehr weiter durfte: Die Dünen sind natürlich komplett tabu! Also bin ich zu Fuß an den Strand und habe sozusagen den nördlichsten Punkt zu meinem Motorrad gebracht. Wenn der Prophet nicht zum Berg darf, dann muss man halt den Berg zum Prophet bringen… so einfach ist das!
Nördlichster Punkt Sylts auf Moped
Die Rückfahrt nach Hamburg war dann ein Klacks. Wieder mit dem Sylt Shuttle zurück – diesmal in Begleitung eines Indian-Fahrers, der früher auch im Harley-Davidson Chapter auf Sylt aktiv war bevor ihm die Harley Fahrer dort zu sehr „Schicki-Micki“ wurden.
Während ich in Hamburg aufgeladen habe bin ich in der Kirche nebenan gewesen und habe dort mit zwei sehr netten Damen gesprochen, die sich dort um den Erhalt der Kirche kümmern. Natürlich habe ich dafür etwas gespendet – obwohl mir die katholischen Kirchen ehrlich gesagt besser gefallen.
Unterwegs im Norden gibt es allerlei Kurioses zu entdecken
Und schließlich habe ich diesen wunderbaren Tag im Hotel „Deutsches Haus“ beendet. Dort wurde ich äußerst freundlich willkommen geheißen und hatte wieder einmal eine sehr angenehme und erholsame Nacht. Das war auch nötig, denn am nächsten Tag geht es nach Bremerhaven und damit zur eigentlichen Herausforderung:
Am 7. Juni 2016 bin ich zu einer 3-Tages-Tour nach Sylt aufgebrochen. Ich versuche zur Zeit alle Extrempunkte Deutschlands zu besuchen, also Sylt im Norden, Oberstdorf in Bayern, Isenbruch im Westen und Neißeaue im Osten. Ausserdem die tiefste und höchste Landstelle. Wobei ich noch nicht weiss wie ich mit dem Motorrad auf die Zugspitze kommen soll.
Laden am Rasthof „Bad Rappenau“ an der A6
Um 8 Uhr morgens ging es los Richtung Norden. Erste Ladestation bei bestem Wetter war bereits nach 90 km Bad Rappenau. Hier erst mal Frühstücken und den Teslas beim Laden gegenüber zuschauen. Ein bisserl hektisch läuft das dort ab, fast alle 20 Minuten kommt ein Neuer und es geht ein anderer. Teilweise haben die Tesla-Fahrer nicht einmal ihre Croissants im Restaurant gegessen, sondern sind mit Kaffeebecher in der einen Hand und Gebäck in der anderen Hand wieder Losgefahren. Autopilot sei dank!
Nach rund 70 Minuten bin ich dann auch weiter. Zwischenstationen in Darmstadt, Langgöns und Wenden. Um schließlich gegen 21 Uhr und nach weiteren 400 Kilometern in Werne anzukommen. Knapp 500 Kilometer an einem Tag – nicht schlecht. Leider kam die letzte Stunde ein Regenschauer runter, und bei der Ankunft in Werne war ich ganz schön nass und das Motorrad tropfte ebenfalls aus allen Ecken.
2. Tag – Mit Problemen umgehen…
Der zweite Tag fing problematisch an: Der Akku war nicht voll geladen! Ich hatte nur den Schuko-Anschluss verwendet, und das interne Ladegerät hatte im Laufe der Nacht den Geist aufgegeben. Möglichwerweise war Wasser hineingelaufen und hatte einen Teil der Elektronik beschädigt. Zum Glück konnte ich mit den Schnellladern in meinen Koffern noch laden.
Zu allem Überdruss hatte auch mein TomTom Probleme und war kaum noch zu bedienen. Offensichtlich hatte das Display einen Hau und reagierte nur noch sporadisch auf Eingaben. Während mein Motorrad noch den Rest aufgeladen hat, habe ich mich nach einem Laden umgesehen um ein neues Navi zu kaufen. Der Louis Shop in Münster liegt auf meinem Weg – also habe ich dort einen Abstecher gemacht.
Nun ja, der Regen am Vorabend war wohl etwas heftiger: Der Shop war komplett unter Wasser und entsprechend geschlossen. Dann eben ohne richtiges Navi weiter – ist ja sowieso nur was für Weicheier ohne Orientierungssinn!
Nach einem Frühstück in Hasbergen weiter nach Delmenhorst, und nach dem Mittagessen dann nach Hamburg. Am Abend war ich dann in Sankt Margarethen und freute mich auf eine ruhige Nacht im Bettchen.
Fähre nach Brunsbüttel
Leider leider hat die Ladesäule in Sankt Margarethen nicht funktioniert. Also kurz nach einer Alternative gesucht und in Brunsbüttel gefunden. Nebenbei bin ich so zum ersten mal mit meinem Motorrad auf einer Fähre gefahren.
In Brunsbüttel dann kurz Laden, Pizza essen, mit den Einheimischen in der Kneipe schnacken, und dann wieder zurück fahren. Und endlich schlafen.
Eigentlich wollten wir ja die Königsetappe vor dem Bundestag oder dem Bundeskanzleramt beginnen – und am liebsten mit einer Verabschiedung durch Frau Merkel. Aber es hat wohl jemand kalte Füße bekommen; es bestand ja die nicht unberechtigte Gefahr, dass die deutsche Kanzlerin mit einem Elektrofahrzeug abgebildet wird, dass nicht aus deutscher Produktion stammt. Soweit die Spekulationen um den Grund der Absage.
Jean-Pierre Kessler beim Start in Berlin
Aber Louis Palmer ist ja Schweizer, und als solcher recht gewieft. Und so kam es, dass die WAVE kurzerhand eine Straße weiter vor der Schweizerischen Botschaft starten konnte. Ausserdem wurden wir von so ziemlich jedem TESLA Fahrer in Berlin verabschiedet, über hundert Fahrzeuge kamen zu der Sternfahrt vor das Reichstagsgebäude. Neudeutsch würde man der Kanzlerin jetzt zurufen wollen „IN YOUR FACE!“
Zwischenhalte in Burg, Magdeburg und Braunschweig
Die Fahrt und die Zwischenhalte bei Burg (bei Magdeburg), an der Universität Magdeburg und in Braunschweig vergingen wie im Flug. Schnell hinfahren, aufladen, mit den Menschen sprechen, glaubhaft versichern: „Ja, das ist ein rein elektrisches Elektromotorrad. Und ja, es macht Spaß und ist alltagstauglich“, ein wenig Essen und Trinken. Und dann auch schon wieder weiter zur nächsten Station. Schnelllader sind die Pest – kaum noch Zeit für ein gutes Gespräc
Ladeprobleme und Nickerchen in Jühnde
Jühnde ist ein Halt, der mir persönlich am Herzen liegt. Dort gibt es eine Ladestation, die von den Einwohnern in Eigenregie betrieben wird. Ausserdem hat Jühnde ein elektrisches Auto, das von jedem Einwohner benutzt werden kann. Zusammen mit dem Biokraftwerk ist Jühnde nicht nur das erste Bio-Energiedorf Deutschlands, sondern auch ein Leuchtturm für die erfolgreiche Integration von lokal erzeugtem regenerativem Strom und Elektromobilität.
Womit ich nicht gerechnet hatte: Das Elektroauto hing natürlich gerade an der Zapfsäule. Und da wir zu zweit waren (Birger von Soundless Bikes Sachsen hat mich fast die gesamte Strecke der Königsetappe begleitet) musste ich erst einmal jemanden finden, der das Auto wegfahren konnte. Glücklicherweise war das kein Problem – die Jühnder Bürger kennen einander gut und wissen natürlich auch wer Zugang zu dem Auto hat. Nach kurzem Anruf war das Auto dann weg und ich konnte Laden.
Da ich ja in Berlin nur sehr wenig Schlaf hatte, habe ich mich in eine Bushaltestelle verkrochen und ein wenig geschlafen. Das habe ich auch schon in Braunschweig so gemacht - allerdings wurde ich dort unsanft von einer Passantin geweckt. Auch bei den folgenden Ladepunkten würde ich versuchen so gut wie möglich zu schlafen - aber am Ende steht immer die Sicherheit. Und die wird auch dem Schlaf nicht untergeordnet!
Grillabend bei TWIKE in Rosenthal
Twike Manufaktur in Rosenthal
In Rosenthal bei der TWIKE Manufaktur sind wir dann recht spät angekommen. Trotzdem wurden wir sehr herzlich empfangen, und auch Strom, Essen und Trinken waren zur Genüge vorhanden. Leider war eine Phase des Drehstromnetzes ausgefallen, und so fehlte mir beim Laden rund 1 kW. Eine kleine Verzögerung, die durch die freundlichen Mitarbeiter bei TWIKE wieder wett gemacht wurde. Insbesondere Wolfgang, der auch unsere Gruppe bei der WAVE organisierte, war trotz Stress immer freundlich und hilfsbereit - ein ganz dickes Lob an dieser Stelle!
Ankunft und Pause in Darmstadt
Eigentlich wollte ich die Strecke nach Bern ja nicht mehr schlafen. Dazu war die Zeit einfach sehr knapp. Aber auf dem Weg nach Darmstadt wurde mir schon klar: "Junge, du brauchst jetzt Schlaf. Sonst wird das zu riskant!"
Mitten in der Nacht (eigentlich ja schon früh am Morgen) sind Birger und ich dann in Darmstadt angekommen. Statt direkt am Ladepunkt im Welcome Hotel zu übernachten, mussten wir ins Youth-Hostel das etwas ausserhalb lag. Das war so nicht geplant, aber so ist das wenn man sich auf ein Abenteuer einlässt: Es gibt Probleme, die man lösen muss. Das hält geistig fit und prägt den Charakter.
Schlafende Kaninchen in Darmstadt
Dank Rene und John, die uns in ihrem BYD mitgenommen haben, war das auch kein größeres Problem. Und so gab es endlich ein paar kurze Stunden erholsamen Schlaf. Am nächsten Morgen - die Kaninchen auf den Wiesen waren noch nicht aufgestanden - ging es dann wieder zum Ladepunkt.
Da angekommen wurden wir freundlich empfangen und haben auch noch ein Care-Paket der Stadt bekommen. Ich würde sagen, das war eines der besten Pakete die wir bekommen haben: Nachhaltig (Wasserspar-Aufsätze), praktisch (Shampoo, Sonnenbrille & Kugelschreiber) und informativ (Flyer über Darmstadt).
Care Paket von Darmstadt
Zwischenladungen in Rastatt und Müllheim
Der Zwischenhalt in Raststatt brachte ein ganz neues Problem für Birger und mich mit sich: Es gab nur einen Typ2 Anschluß, der zweite Anschluß war ein französicher Typ 3. Also mussten wir uns trennen. Ich habe weitergeladen und Birger hat einen Ladepunkt beim Schwimmbad gesucht. Gegenüber von meinem Ladepunkt war ein Supermarkt; dort habe ich mich kurz mit dem Nötigsten versorgt um dann noch ein weiteres Nickerchen neben meinem Motorrad zu machen.
Biber in Müllheim
Als ich vollgeladen war habe ich Birger kurz informiert, aber er hatte noch relativ lange zu laden (er hatte auch den größeren Verbrauch von uns beiden). Da uns die Zeit allmählich davon lief, bin ich alleine Richtung Lörrach weitergefahren. In Müllheim habe ich noch einen weiteren kurzen Stopp eingelegt. Das dortige Eiscafé habe ich genutzt um mich mit Koffein zu versorgen, und die kostenfreie Ladesäule um meine Zero zu laden.
Jetzt kam das Ziel in greifbare Nähe...
Vorletztes Etappenziel: Lörrach
In Lörrach sollten sich eigentlich alle Teilnehmer der Königsetappe treffen um dann gemeinsam nach Bern zu fahren. Leider war ich so spät dran, dass die große Gruppe bereits losgezogen war. Aber Birger habe ich wieder getroffen - er hatte die Strecke von Rastatt versucht ohne auftanken zu fahren... und war nur wenige hundert Meter vor dem Ziel liegengeblieben.
Dadurch hatte ich einen zeitlichen Vorteil, weil ich nicht so lange Laden musste. Und so haben wir erst einmal ein klein wenig gegessen und getrunken und ich bin dann vorausgefahren. Zu dem Zeitpunkt war auch schon klar: In der ursprünglich vorgesehenen Zeit war Bern nicht mehr zu erreichen.
Endlich angekommen in Bern
Nach knapp 32 Stunden - erschöpft, aber glücklich - bin ich dann endlich in Bern angekommen. Louis Palmer hat mich ganz offiziell begrüßt und kurz interviewt; und ich war überglücklich das Abenteuer "Königsetappe" bestanden zu haben. Kurz nach mir kam dann auch Birger an. Wie immer gab es Essen und Getränke - und am Abend dann den wohlverdienten Schlaf!