Motorradwelt Friedrichshafen

Am 24. Januar um kurz nach 18 Uhr, nach einem langen Arbeitstag, stecke ich den Schlüssel in meine liebgewonnene Maschine, drehe ihn herum, und warte darauf dass sie anspringt.

Nichts passiert.

Die blinkende Anzeige im Cockpit lässt nichts Gutes erahnen: Das Ganze sieht aus als würde ein Jahrmarktwagen seine Neonwerbung einschalten. Sogar mein Fernlicht blitzt kurz auf! Alles sieht nach einem wirklich ernsten Problem aus. Und das kann ich an diesem Mittwochabend überhaupt nicht brauchen.

So ein Totalausfall wäre auch sonst schon extrem unangenehm. Schließlich fahre ich mit meinem Motorrad jeden Tag zur Arbeit. Knapp 25000 Kilometer jedes Jahr, und bei fast jedem Wetter. Ich bin auf das Motorrad angewiesen, weil ich kein eigenes Auto besitze, und die Fahrt mit den Öffentlichen zwischen Aichtal und Stuttgart eine Zumutung ist. Darüber hinaus muss ich am nächsten Tag für den BVDM zur “Motorradwelt Bodensee” – einer der größten Messen in unserer Gegend. Außerdem will ich noch zum Elefantentreffen.

Das sieht jetzt aber ganz schlecht aus.

Also erstmal Notfallplan: Auf Facebook gibt es eine Gruppe von Motorradfahrern, die immer gerne und schnell bei Problemen helfen. Dort poste ich mein Problem als erstes. Dann rufe ich meine Frau an, damit sie mich mit ihrem Auto abholt. Während ich warte informiere ich Olaf, Nora, Wilhelm und Uwe, dass ich womöglich keine Möglichkeit habe zur Messe zu kommen und sie den Stand ohne mich aufbauen müssen.

Nach einer kurzen aufmunternden Nachricht von Uwe habe ich beschlossen die Maschine noch nicht zur Reparatur zu bringen. Stattdessen habe ich mir einen Kleintransporter für die nächsten vier Tage  reserviert. Wenn ich schon nicht auf meinem Motorrad hinfahren kann, so will ich wenigstens beim Stand helfen. Aber die Maschine sollte auch ausgestellt werden; zurücklassen kam also nicht in Frage.

Am nächsten Morgen bin ich zu einer wahrlich unchristlichen Zeit aufgestanden und habe mich von meiner Frau zur Verleihfirma bringen lassen. Von dort mit dem Transporter zur Tante Louis fahren und erstmal eine Rampe zum Verladen kaufen; wer braucht schon eine Rampe wenn das Motorrad funktioniert?! Dann direkt zum Büro wo meine Maschine steht, Aufladen, Festzurren und los nach Friedrichshafen. Rund 200 Kilometer mit dem Motorrad im Laderaum – eine ganz neue Erfahrung für mich!

Nun ja, zumindest bin ich gut durch den Verkehr gekommen und war dann rechtzeitig zum Aufbau auf der Messe. Mit Nora, Uwe und Olaf war der Stand vom BVDM schnell und professionell aufgebaut. Ab Freitag ging die “Motorradwelt Bodensee” los, und obwohl der Ausfall meines Motorrads für Stress gesorgt hatte war die Messe für mich persönlich ein sehr positives Erlebnis.

Messestand BVDM
Elefant und Kekse

Das hat auch mit der sehr familiären Atmosphäre auf unserem Stand zu tun. Es gab selbstgemachte und sehr leckere Kekse von Nora (in Elefantenform!); außerdem Kaffee und Knabbereien für Besucher. Und jeder hatte die Möglichkeit sich gemütlich hinzusetzen und mit uns über die Erfahrungen als Motorradfahrer zu reden. Ein großes Thema waren dabei natürlich die Streckensperrungen, und wie der BVDM gegen diese vorgeht. Und natürlich das Elefantentreffen.

Etwas gewundert habe ich mich dann aber doch: Obwohl der BVDM als Veranstalter des Elefantentreffens wahrgenommen wurde, waren sehr viele Besucher eher an den Motorrädern von Olaf und mir interessiert. Olaf hatte seine Brammo Empulse mitgebracht, und sehr viele Motorradfahrer sind verwundert stehen geblieben um dieses auspufflose Elektromotorrad zu bestaunen. Da ich mein eigenes Motorrad nicht geputzt hatte ist den meisten Besuchern vor allem aufgefallen, dass es dreckig ist. Bei all dem Chrom und den auf Hochglanz polierten Maschinen ein echter Hingucker!

Brammo Empulse

“Bei dem sieht man wenigstens, dass es gefahren wird”, konnte man mehr als einmal hören. Erst bei genauerer Begutachtung wurden die Augen dann groß und einige konnte sich die Verwunderung nicht verkneifen: “Das ist ja elektrisch!”.  “Ja, normal”, sage ich dann.

Warum sollte man mit elektrischen Motorrädern auch andere Erfahrungen machen als mit Verbrennern?

Neues Ladeequipment

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mir für teuer Geld zwei zusätzliche Ladegeräte für meine Zero SR gekauft. Inzwischen hat sich die Ladetechnik jedoch deutlich weiterentwickelt. Und ich besitze jetzt drei neue Ladegeräte von DigiNow.

Hier der Größenvergleich zwischen den alten und den neuen Ladegeräten:

Größenvergleich zwischen altem und neuem Ladegerät – von oben
Größenvergleich zwischen altem und neuem Ladegerät – von vorne

Darüber hinaus leisten die neuen Ladegeräte 3,3 kW, während die alten 2,5 kW liefern konnten.

Alles in Allem also ein erstaunlicher technischer Fortschritt!

Mein Plan ist es die drei Ladegeräte in einen einzigen Koffer einzubauen. Den kann ich dann als Top-Case auf das Motorrad schnallen während die Seitenkoffer frei bleiben für normales Gepäck.

Weil die normalen Schuko Haushaltssteckdosen so viel Leistung nicht vertragen muss ich auch meinen bisherigen Verteiler austauschen. Der neue Verteiler wird zusätzlich mit RCBOs für jede Phase ausgestattet:

CEE rot auf CEE blau Verteiler mit RCBO Sicherungen für jede Phase

 

Die ersten Tests mit den neuen Ladern waren bereits erfolgreich – ich bin damit nach Wien gefahren und konnte unterwegs mit rund 10 kW aufladen. Das bedeutet: Pausen von nur noch etwa 45 Minuten bei einer Fahrtzeit von etwa 90 Minuten!

3. Elektro Fun Day 2017 in Buochs

Während meine bessere Hälfte in Luzern einkaufen war, habe ich ein paar Bilder und Videos beim 3. Elektro Fun Day 2017 in Buochs gemacht.

Bei der Speed-Challenge hat auch eine Zero SR teilgenommen. Für ein Pendlerfahrzeug ist das ein recht gutes Ergebnis!

Der nette Kerl im Bild ist übrigens Adrian von Büren, der das Event organisiert hat.

Wave 2016 – 1. und 2. Tag

Von Bremerhaven nach Dörentrup

Am 10. Juni haben sich alle Wave Teilnehmer erstmal am Bremenhavener Fischmarkt getroffen. Viele neue Gesichter waren dort, aber auch ein paar Teilnehmer aus den Vorjahren. Wir haben uns unterhalten und Fischbrötchen gegessen. Was man halt so macht an einem schönen Sommertag in Bremerhaven.

1919
1919er Rauch und Land Electric und Gerd Huth

Nebenbei haben wir den kompletten Platz mit rund 60 Fahrzeugen vollgeparkt. Darunter so Raritäten wie der 1919er Rauch und Land Electric von Gerd Huth, der auch entsprechend gekleidet kam.

Navi (noch) mit Kabel
Navi (noch) mit Kabel

Am Abend gab es dann ein Briefing im Klimahaus, und ich bin noch schnell in den Saturn um mir doch noch ein funktionierendes Navi zu besorgen. Garmin dachte wohl, dass man die Halterung fest mit dem Motorrad verdrahten will. Wollte ich aber nicht. Also habe ich das Kabel abgeschnitten. Schade um das teure Teil, aber der praktische Nutzen ist wichtiger.

Nach dem Briefing habe ich dann noch schnell ein Selfie mit Jutta Kleinschmidt gemacht. Einfach weil ich immer schon mal ein Selfie mit einem Promi machen wollte – und Jutta ist als Motorrad-Ikone und lebende Legende nicht die schlechteste Wahl! Das Selfie poste ich jedoch nicht. Das ist nämlich unvorteilhaft mir gegenüber 😛

Start am Klimahaus…

Führung durch die Gasanlage von Audi
Führung durch die Gasanlage von Audi

Am nächsten Morgen um 09:03 Uhr (ja, das Roadbook ist da sehr genau!) war Start für mich. Erster Halt war eine Gas-Anlage bei Werlte, die von Audi entwickelt und betrieben wird. Dort testet Audi die Methan-Herstellung aus nicht mehr nutzbaren Abfällen. Es werden also keine Lebensmittel oder Futterpflanzen verwendet, und es wird auch kein Ackerplatz dafür verbraucht. Eine sehr interessante Technologie; und es zeigt sich auch, dass man durchaus auch sinnvoll Bio-Sprit herstellen kann.

Nach einem interessanten Vortrag und Rundgang führt die Fahrt weiter auf den Marktplatz von Lingen. Dort wurden alle Teilnehmer sehr freundlich begrüßt und jeder durfte ein kurzes Interview geben. Dann gab es eine kleine Stärkung mit Kaffee und Kuchen, und wir durften natürlich auch unsere Fahrzeuge laden.

… Ankunft in Dörentrup

Funktionierende Ladesäule in Osnabrück
Funktionierende Ladesäule in Osnabrück

Der letzte Stopp war das Innovationszentrum in Dörentrup. Leider bin ich wegen Ladeproblemen in Osnabrück – 4 Ladesäulen nicht nutzbar, die 5. ging endlich  – erst sehr spät angekommen. Also schnell das Motorrad an die Ladestelle anschließen, eine Kleinigkeit essen und zum Abschluss-Briefing.

Die Übernachtung im Hotel Sonnenhof war ganz wunderbar. Auch weil unsere Gastgeberin, Helga Pieper, unglaublich freundlich war und extra noch Frühstück für uns Frühaufsteher besorgt hat! Vielen Dank für den tollen Service.

 

WAVE – World Advanced Vehicle Expedition 2016 – Day 1

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